„Der EU-Berufskraftfahrer“ – 5 Lernfelder für die qualifizierte Aus- und Weiterbildung von Lkw- und Busfahrern



Lehrbücher für Trainer und Schüler
Die Lehrbücher des Kirschbaum Verlags enthalten die komplette Thematik aus den gesetzlich vorgegebenen Kenntnisbereichen für 140 Stunden, jeweils aufgeteilt in fünf gut verständlich aufgebaute Lernfelder.

Sie sind für Ausbilder und Fahrer gleichermaßen verwendbar und eignen sich als Unterrichtsgrundlage sowohl für die beschleunigte Grundqualifikation als auch für die Kurse der Weiterbildung. Hier kann der Trainer den Gesamtlehrstoff flexibel nutzen und den Inhalt eines Kurses den Bedürfnissen der jeweiligen Teilnehmer und Auftraggeber flexibel anpassen.
Folienprogramme für einen lebendigen Unterricht
Zu jedem Lernfeld gibt es eine PowerPoint-Präsentation. Die Folien enthalten eine abwechslungsreiche Mischung aus Text, Bildern und Grafiken sowie zusätzliche wertvolle Notizen für den Ausbilder. Klar und übersichtlich strukturiert, vermitteln Aufbau und Bildauswahl einprägsam die Lerninhalte des jeweiligen Buches. Die offenen PowerPoint-Dateien sind frei editierbar. Der Trainer kann sie bei Bedarf durch eigenes Material (Texte, Bilder, Firmenlogo) ergänzen und individuell aufbereiten.
Technische und sicherheitstechnische Ausstattung des Lkw, Erkennung von technischen Mängeln und Defekten, Möglichkeiten zur Kraftstoffeinsparung
Ladungssicherung, u.a. rechtliche Grundlagen, Sicherungstechniken, Anforderungen an Fahrzeug und Sicherungsmittel
Lenk- und Ruhezeiten, digitales Kontrollgerät, mitzuführende Dokumente, Sanktionen und Bußgelder
Risiken des Straßenverkehrs und Arbeitsunfälle, Vorbeugung von Gesundheitsschäden, Verhalten bei Problemen und Notfällen
Rolle des Fahrers als Repräsentant des Unternehmens, wirtschaftliches Umfeld, Marktbedeutung und Struktur des Straßengüterverkehrs
Technische und sicherheitstechnische Ausstattung des Busses, Kontrollen und Fehlerquellen an Motor und Bremsanlage, Möglichkeiten zur Kraftstoffeinsparung
Fahrgastkomfort und Fahrgastsicherheit, im Fahrbetrieb auftretende Kräfte und ihre Auswirkungen auf das Fahrverhalten, Beladung des Busses, richtige Einschätzung der Fahrzeugabmessungen
Lenk- und Ruhezeiten, digitales Kontrollgerät, mitzuführende Dokumente, Sanktionen und Bußgelder
Risiken des Straßenverkehrs und Arbeitsunfälle, Vorbeugung von Gesundheitsschäden, Verhalten bei Problemen und Notfällen
Rolle des Fahrers als Repräsentant des Unternehmens, wirtschaftliches Umfeld, Marktbedeutung und Struktur des Personenverkehrs

Gesetzliche Regelungen





Die Qualifikation der Berufskraftfahrer ist neu geregelt. Ab sofort müssen alle Fahrer/innen, die zu gewerblichen Zwecken Güterkraftverkehr oder Personenverkehr durchführen, eine über die Fahrerlaubnis hinausgehende Grundqualifikation bzw. eine regelmäßige Weiterbildung nachweisen.

Rechtliche Grundlage ist das am 1. Oktober 2006 in Kraft getretene Berufskraftfahrer-Qualifikations-Gesetz (BKrFQG) sowie die dazugehörige Berufskraftfahrer-Qualifikations-Verordnung (BKrFQV). Mit dem Gesetz hat die Bundesrepublik Deutschland die europäische „Richtlinie 2003/59/EG über die Grundqualifizierung und Weiterbildung der Fahrer bestimmter Kraftfahrzeuge für den Güterkraft- oder Personenverkehr" umgesetzt.

Ziel der Regelungen ist es,

die Verkehrssicherheit im Straßenverkehr nachhaltig zu verbessern,

den Kraftstoffverbrauch und damit den Kostendruck auf die Fuhrunternehmen zu senken und die Umweltbelastung zu minimieren,

das Berufsbild und Image des gewerblichen Kraftfahrers in der Öffentlichkeit weiter aufzuwerten.


Anwendungsbereich

Die neuen Vorschriften gelten für

im gewerblichen Personen- oder Güterkraftverkehr und im Werkverkehr tätige Fahrer/innen (auch Transporthilfstätigkeiten),

Fahrer/innen, die Fahrzeuge lenken, für die eine Fahrerlaubnis der Klassen C oder D erforderlich ist (> 3,5 t zGM bzw. > 8 Personen),

selbstfahrende Unternehmer/innen, selbständige und abhängig beschäftigte Fahrer/innen,

in Vollzeit tätige und teilzeitbeschäftigte Fahrer/innen.


Erfasst werden Fahrer/innen, die deutsche Staatsangehörige oder Staatsangehörige eines anderen EU- oder EWR-Mitgliedstaates sind sowie Fahrer/innen mit einer anderen Staatsangehörigkeit, wenn sie bei einem Unternehmen mit Sitz in einem EU- oder EWR-Mitgliedstaat beschäftigt sind.

Auch Aushilfsfahrer, die für gewerbliche Fahrten eingesetzt werden, müssen eine Qualifikation zum Berufskraftfahrer nachweisen!

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Grundqualifikation




Pflicht zur Grundqualifikation

Der Gesetzgeber schreibt vor, dass alle Fahrer/innen, die ihre Fahrerlaubnis nach dem 9.9.2008 (Personenverkehr) bzw. nach dem 9.9.2009 (Güterkraftverkehr) erwerben, eine Grundqualifikation nachweisen müssen.

Fahrer/innen, die ihre Fahrerlaubnis vor dem 10.9.2008 (Personenverkehr) bzw. vor dem 10.9.2009 (Güterkraftverkehr) erworben haben, sind aufgrund von Besitzstandsregelungen von der Pflicht zur Grundqualifikation ausgenommen. Allerdings unterliegen auch sie der Weiterbildungspflicht.

Erwerb der Grundqualifikation

Die Grundqualifikation ist unterteilt in die a) Grundqualifikation und die b) beschleunigte Grundqualifikation.
Der Fahrer kann frei zwischen diesen beiden Varianten wählen.

a) Grundqualifikation

Die Grundqualifikation kann erworben werden

1. durch eine abgeschlossene Berufsausbildung als

Berufskraftfahrer/in

Fachkraft im Fahrbetrieb oder durch

einen staatlich anerkannten Ausbildungsberuf, in dem vergleichbare Fertigkeiten und Kenntnisse zur Durchführung von Fahrten mit Kraftfahrzeugen auf öffentlichen Straßen vermittelt werden, oder

2. durch Bestehen einer Prüfung bei der am Wohnsitz zuständigen IHK.
Die Prüfung bei der IHK umfasst

eine theoretische Prüfung von 240 Minuten und

eine praktische Prüfung von insgesamt 210 Minuten, die sich aus einer Fahrprüfung (120 Minuten), einem praktischen Prüfungsteil zu Themen wie Ladungssicherung, Notfallsituationen usw. (30 Minuten) und einem Sicherheitstraining (max. 60 Minuten) zusammensetzt.

Beide Prüfungsteile müssen bestanden werden.

Zum Ablegen der Prüfung ist der Besuch eines Vorbereitungslehrgangs nicht vorgeschrieben.
Der Prüfkandidat muss aber in jedem Fall bereits Inhaber der entsprechenden Fahrerlaubnis sein.


b) Beschleunigte Grundqualifikation

In diesem Verfahren kann die Grundqualifikation erworben werden durch

die Teilnahme an einer Schulung von 140 Stunden zu je 60 Minuten (inklusive 10 Fahrstunden) bei einer anerkannten Ausbildungsstätte und

das erfolgreiche Ablegen einer 90-minütigen theoretischen Prüfung bei einer IHK am Wohnsitz des Prüflings

Die Teilnahme am Unterricht ist hier Pflicht. Eine Fahrerlaubnis der C- oder D-Klassen wird für die beschleunigte Grundqualifikation
noch nicht vorausgesetzt. Sie kann parallel oder im Nachgang erworben werden.


Die Prüfungen zum Erwerb des Befähigungsnachweises sind in § 4 des BKrFQG und in §§ 1-3 der BKrFQV geregelt.

Ausbildungsinhalte

Die im Rahmen der Grundqualifikation zu erwerbenden Kenntnisse sind in der Anlage 1 zur BKrFQV vorgegeben.

Mindestalter

Das Mindestalter zum Einsatz der Fahrer/innen in den jeweiligen Fahrerlaubnisklassen richtet sich nach der jeweiligen Qualifikation bzw. nach der Verkehrsart (Personen- oder Güterkraftverkehr).

Güterkraftverkehr

Klasse Ausbildung „Berufskraftfahrer/in"
oder „Fachkraft im Fahrbetrieb"
oder Ausbildungsberuf mit vergleichbaren
Fertigkeiten und Kenntnissen
Grundqualifikation Beschleunigte
Grundqualifikation
C 18 Jahre 18 Jahre 21 Jahre
CE 18 Jahre 18 Jahre 21 Jahre
C1 18 Jahre 18 Jahre 18 Jahre
C1E 18 Jahre 18 Jahre 18 Jahre

Personenverkehr

Klasse Ausbildung „Berufskraftfahrer/in"
oder „Fachkraft im Fahrbetrieb"
oder Ausbildungsberuf mit vergleichbaren
Fertigkeiten und Kenntnissen
Grundqualifikation Beschleunigte
Grundqualifikation
D 18 Jahre
(Linienverkehr
bis 50 km)
20 Jahre
(Gelegenheits-
verkehr)
21 Jahre
(Gelegenheits-
verkehr)
21 Jahre
(Linienverkehr
bis 50 km)
23 Jahre
(Gelegenheits-
verkehr)
DE 18 Jahre
(Linienverkehr
bis 50 km)
20 Jahre
(Gelegenheits-
verkehr)
21 Jahre
(Gelegenheits-
verkehr)
21 Jahre
(Linienverkehr
bis 50 km)
23 Jahre
(Gelegenheits-
verkehr)
D1 18 Jahre 18 Jahre 21 Jahre
D1E 18 Jahre 18 Jahre 21 Jahre


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Weiterbildung





Pflicht zur Weiterbildung

Die Pflicht zur Weiterbildung betrifft grundsätzlich alle Fahrer/innen im gewerblichen Güter- oder Personenverkehr unabhängig davon, seit wann sie Lkw oder Busse lenken dürfen. Spätestens fünf Jahre nach dem Erwerb der Grundqualifikation müssen die Kenntnisse durch Teilnahme an einer Weiterbildung aufgefrischt werden. Auch Fahrer/innen, die ihre Fahrerlaubnis vor dem 10.9.2008 (Personenverkehr) bzw. vor dem 10.9.2009 (Güterkraftverkehr) erworben haben und aufgrund der Übergangsregelung keine Grundqualifikation absolvieren mussten, müssen spätestens bis zum 10.9.2013 (Personenverkehr) bzw. bis zum 10.9.2014 (Güterkraftverkehr) an einer ersten Weiterbildungsschulung teilgenommen haben. Danach ist die Weiterbildung alle fünf Jahre zu wiederholen.

Übergangsregelung

Um Kosten für den entsprechenden Eintrag im Führerschein zu sparen, sieht der Gesetzgeber eine Übergangsregelung von bis zu zwei Jahren vor. Wenn also eine Verlängerung des Führerscheins bis zum 10.9.2015 (Busfahrer) oder bis zum 10.9.2016 (Lkw-Fahrer) erfolgen muss, kann auch die Weiterbildung bis zu dem jeweiligen Zeitpunkt geschoben werden, jedoch in keinem Falle über diese beiden Stichtage hinaus. Fahrzeugführer, bei denen nach diesen beiden Stichtagen die Verlängerung des Führerscheins ansteht, müssen die Weiterbildung spätestens bis zum 10.9.2013 bzw. bis zum 10.9.2014 absolviert haben.

Anforderungen

Die Weiterbildung erfolgt durch die Teilnahme an einer 35-stündigen Schulung an einer anerkannten Ausbildungsstätte. Sie kann innerhalb der fünf Jahre in mehrere Tagesseminare aufgeteilt werden (z. B. pro Jahr ein Seminar). Ein Seminar muss jedoch mindestens sieben Stunden umfassen (5 x 7 Stunden).

Für die Weiterbildung ist ausschließlich die Teilnahme am Unterricht verpflichtend. Eine Abschlussprüfung muss nicht abgelegt werden.

Die Weiterbildung muss im Inland oder dem EU-Mitgliedstaat erworben werden, in dem der Bewerber beschäftigt ist.

Weiterbildungsinhalte

Die im Rahmen der Weiterbildung zu erwerbenden Kenntnisse entsprechen denen der Grundqualifikation und sind in der Anlage 1 zur BKrFQV (PDF, 20 KB) vorgegeben.

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Befähigungsnachweise



Dokumentiert werden die Grundqualifikation bzw. die Weiterbildung durch Eintrag der harmonisierten Schlüsselzahl 95 in den Führerschein. Der Eintrag erfolgt durch die für die Erteilung von Fahrerlaubnissen zuständige Behörde, sofern die erforderlichen Leistungen durch Bescheinigungen nachgewiesen werden.

Für die Grundqualifikation wird die Bescheinigung über die erfolgreich abgelegte Prüfung durch die IHK ausgegeben. Die Nachweise über erbrachte (Teil-)Leistungen im Rahmen der Weiterbildung werden von der ausbildenden Stelle ausgestellt.

Ohne Eintrag im Führerschein drohen bei einer Kontrolle hohe Bußgelder:
- bis € 20.000 für Unternehmer
- bis € 5.000 für Fahrerinnen und Fahrer.


Anerkennung der Ausbildungsstätten



Bereits anerkannte Ausbildungsstätten für die beschleunigte Grundqualifikation und die Weiterbildung sind gemäß § 7 Abs. 1 BKrFQG:

Fahrschulen der Klassen C und D,

behördliche Fahrschulen und Fahrlehrerausbildungsstätten (z. B. der Bundeswehr),

Ausbildungsbetriebe, die Berufskraftfahrer in der dreijährigen Ausbildung haben,

Bildungseinrichtungen, die zum Berufskraftfahrer bzw. zur Fachkraft im Fahrbetrieb umschulen.


Andere Ausbildungsträger können sich gemäß § 7 Abs. 2 BKrFQG von der nach Landesrecht zuständigen Behörde (Bezirksregierungen oder Landesbetriebe, die für die Fahrschulüberwachung zuständigen Stadt- und Kreisverwaltungen, vereinzelt auch die Industrie- und Handelskammer) staatlich anerkennen lassen, wenn

sie über die personellen und sächlichen Voraussetzungen für die Vermittlung der für die beschleunigte Grundqualifikation und Weiterbildung erforderlichen Kenntnisse und Fertigkeiten verfügen,

sie im angemessenen Verhältnis zur Zahl der Aus- und Weiterbildungsteilnehmer ausreichendes Lehrpersonal beschäftigen,

geeignete Schulungsräume sowie Lehrmittel für die theoretische Unterweisung vorhanden sind,

eine fortlaufende Weiterbildung des Lehrpersonals nachgewiesen wird und

keine Tatsachen vorliegen, die gegen die persönliche Zuverlässigkeit des Antragstellers sprechen.


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Unsere Kooperationspartner



Kraftfahrer+ greift gezielt dort an, wo die Probleme im Unternehmen liegen. Sowohl mit Beratungen zu Fuhrpark und Kostenreduzierung als auch mit der Qualifizierung der Mitarbeiter. Denn: Gute Fahrer sind das beste Kapital!

www.kraftfahrerplus.de

Der RDA Internationale Bustouristik Verband e.V. vertritt die Interessen von Unternehmen der Bus- und Gruppentouristik national und auf europäischer Ebene. Er zeichnet sich aus durch eine hohe Kompetenz in allen Belangen des Reisebusverkehrs, insbesondere auch grenzüberschreitender Fahrten.

www.rda.de

Jürgen Scheuerlein, unser Autor für Lernfeld 2 LKW „Ladung und Logistik", ist Polizeibeamter und Dozent und Trainer für Ladungssicherung. Unter dem Motto „Effektiv und wirtschaftlich sichern" bildet er Fahrer und Verlader im gesamten Bundesgebiet aus.





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